Programm Ablauf Ort & Anreise Musik Weinbaugebiete Weingüter Sponsoren
Preise
Autor*innen 2022 Autor*innen-Archiv
Bilder: 2016/17/18/19 2015 2014 2013 2011/12 2009/10 2006/07/08 Entstehung Publikationen
Pressestimmen bis 2008 Pressestimmen ab 2009
Nachricht senden Newsletter Impressum

©N.Tschavoll
Monika Helfer
Geboren in Au/Bregenzerwald, lebt in Vorarlberg. Zum Werk der Schriftstellerin zählen zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Robert-Musil-Stipendium, dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur und dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet.

Mit ihrem Roman Schau mich an, wenn ich mit dir rede (2017) war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Mit den erneut höchst anerkannten und ausgezeichneten Titeln Die Bagage (2020) und Vati (2021) definiert sie das Genre des Familienromans neu, bleibt auch in der aktuellen Neuerscheinung Löwenherz (2022) bei diesem Narrativ, das in ihrem Erzählduktus faszinierende Facetten anbietet. Zu diesem Band merkt der Verlag an:

"Monika Helfer erinnert sich an ihren Bruder Richard. Seit dem Tod der Mutter wachsen sie und ihre Schwestern getrennt vom kleinen Bruder auf. Sie sehen sich selten, verlieren die Verbindung. Es ist die Zeit des Deutschen Herbstes. Richard ist da bereits ein junger Mann, von Beruf Schriftsetzer. Er ist ein Sonderling, das Leben scheint ihm wenig wichtig. Verantwortung übernimmt er nur, wenn sie ihm angetragen wird. So auch, als ihm auf merkwürdige Weise eine verflossene Liebe ein Kind überlässt, von dem er nur den Spitznamen kennt. Die unfreiwillige Vaterrolle gibt ihm neuen Halt, zumindest für eine Zeit. Ein inniges Portrait, eine Geschichte über Fürsorge, Schuldgefühle und Familienbande."

»Ich hatte nun den Säugling, den abgestillten. Ich sage es nicht gern, das Kind war mir nicht sympathisch. Mein Mann war sehr lieb. Zu mir und zu dem Kind. Er tat, als wäre es unseres.
Als wäre das Kind eine Chance. Dass wir wieder zueinanderfinden. Ich war verknallt in Putzi, Putzi 1, nicht so wie mein Bruder, für ihn war sie - wie soll ich sagen? Michael hatte einmal gemeint, schon bevor ich begann, über Richard zu schreiben, wie nebenbei hatte er gesagt: "Richard hat nie jemanden geliebt." So nebenbei war das gekommen, dass ich gar nicht darauf reagiert hatte. Ich glaube, ich hatte gesagt, das könne man doch über keinen Menschen sagen.
"Und seinen Hund hat er auch nicht geliebt?", fragte ich.
"Doch, den schon."
Putzi liebte er. Es war die reine Liebe eines Barbaren.
Und ich hatte den Säugling.«
(Aus: Löwenherz, Hanser 2022)


Teilnahme an Literatur & Wein: 2005, 2022